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Blacklist-Check

Der Blacklist-Check prüft eine IP oder die Mailserver einer Domain gegen 35 DNS-Blacklists. Was die Ergebnisse heißen und wozu Spamhaus DQS braucht.

Steht die IP deines Mailservers auf einer Blacklist, lehnen viele Empfänger deine Mails ab oder sortieren sie in den Spam. Der Blacklist-Check in der Kategorie Mail fragt bekannte DNS-Blacklists (DNSBL) ab und zeigt, wo eine Adresse gelistet ist. Er braucht eine Lizenz.

Was geprüft wird

Ins Feld IP oder Domain gibst du eine von beiden ein:

  • Eine IP-Adresse, etwa 192.0.2.1. Geprüft wird genau diese Adresse.
  • Eine Domain, etwa beispiel.de. Die App ermittelt die A- und AAAA-Adressen der Domain und aller ihrer Mailserver (MX) und prüft jede davon. Zusätzlich prüft sie die Domain selbst gegen drei Domain-Listen.

Private und reservierte Adressen (etwa 192.168.x.x) überspringt die App mit einem Hinweis, denn öffentliche Listen führen sie nicht.

Die Listen

Geprüft werden 32 IP-Listen und 3 Domain-Listen. Eingestellte oder unsichere Listen wie SORBS fehlen bewusst, ebenso Listen, die nur mit Abo funktionieren.

Gewicht Listen Treffer gilt als
hoch Spamhaus ZEN, Barracuda, SpamCop, Spamhaus DBL, SURBL, URIBL Fehler
normal z. B. Mailspike, PSBL, UCEPROTECT Level 1, DroneBL, NiX Spam, blocklist.de, SpamRATS, Sender Score Warnung
niedrig UCEPROTECT Level 2 und 3, Backscatterer, EFnet RBL, Mailspike Z Hinweis

IPv6-Adressen prüfen nur die Listen, die IPv6 unterstützen: Spamhaus ZEN, DroneBL und SPFBL. Die Domain-Listen (Spamhaus DBL, SURBL, URIBL) prüfen die Organisations-Domain, also beispiel.de auch dann, wenn du mail.beispiel.de eingibst.

Das Ergebnis lesen

Die Tabelle Blacklists zeigt für jede Kombination aus Adresse und Liste eine Zeile mit Ziel, Liste, Zone, Ergebnis und Grund. Treffer stehen oben.

Ergebnis Bedeutung
nicht gelistet Die Liste kennt die Adresse nicht.
GELISTET Die Adresse steht auf der Liste. Unter Grund steht der Code und, falls die Liste einen liefert, ihr Erklärungstext.
nicht prüfbar Die Liste hat die Abfrage abgelehnt. Das sagt nichts über die Adresse aus.
ungültige Antwort Die Antwort passt nicht zum Format einer Blacklist. Meist verfälscht der Resolver NXDOMAIN-Antworten, etwa eine Werbe- oder Filterseite des Providers.
keine Antwort Die Liste hat innerhalb des Zeitlimits nicht geantwortet. Sie ist überlastet, eingestellt oder blockiert den Resolver.

Am Ende fasst die App zusammen: „Auf keiner Liste gelistet (… Abfragen ohne Treffer)“, wenn alles sauber ist, und „… Abfragen ohne Antwort“, wenn Listen nicht geantwortet haben. Abfragen, die nicht prüfbar waren oder ohne Antwort blieben, zählen dabei nicht als sauber.

Bei Spamhaus ZEN übersetzt die App die Codes, etwa SBL – Spamquelle, XBL – kompromittiert (Bot/Malware) oder PBL – Endkunden-IP. Ein PBL-Eintrag heißt: Die IP gehört zu einem Endkundenanschluss und soll nicht direkt Mail an fremde Server schicken. Für einen echten Mailserver brauchst du dann eine IP aus einem Server-Netz oder einen Relay.

Spamhaus und der DQS-Schlüssel

Spamhaus beantwortet keine Abfragen, die über große öffentliche Resolver wie Cloudflare, Google oder Quad9 kommen, auch nicht über DNS over HTTPS. Stattdessen kommt eine Ablehnungsantwort zurück, und die App zeigt Spamhaus ZEN: nicht prüfbar bzw. Spamhaus DBL: nicht prüfbar.

Abhilfe schafft ein kostenloser DQS-Schlüssel (Data Query Service) von Spamhaus:

  1. Registrier dich bei Spamhaus für einen kostenlosen DQS-Zugang.
  2. Öffne Einstellungen und trag den Schlüssel unter Blacklists ins Feld Spamhaus-DQS-Schlüssel (optional) ein.
  3. Prüf erneut.

Mit Schlüssel fragt die App Spamhaus über die eigenen DQS-Zonen ab, und die Prüfung klappt mit jedem Resolver. Der Schlüssel gilt nur für Spamhaus. Andere Listen, die „nicht prüfbar“ melden, lehnen den gewählten Resolver ab. Dann hilft es, mit dem Resolver-Knopf neben dem Eingabefeld einen anderen Resolver zu wählen, etwa den System-Resolver.

Gelistet: was jetzt?

  1. Ursache finden. Häufig sind ein gehacktes Postfach, ein kompromittiertes Kontaktformular, ein infizierter Rechner im Netz oder ein falsch eingerichteter Mailserver.
  2. Ursache beheben. Passwörter ändern, Formular absichern, Rechner bereinigen. Sonst landest du nach dem Entfernen sofort wieder auf der Liste.
  3. Entfernung beantragen. Über die Website der jeweiligen Liste. Viele Listen entfernen Einträge nach einiger Zeit auch von selbst.
  4. Erneut prüfen. Beim nächsten Lauf zeigt die App, welche Befunde entfallen sind.

Treffer bei Listen mit niedrigem Gewicht wie UCEPROTECT Level 2 und 3 betreffen oft das ganze Netz deines Providers, nicht deine IP. Sie haben meist wenig Einfluss auf die Zustellung.

Siehe auch